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Op Art
Tor zum Park von Schloss Troja, Prag.

Bild von Victor Vasarély

Bild von Victor Vasarély

Op(tical) Art ist eine Richtung der bildenden Kunst, die sich zwar schon zwischen 1940 und 1950 herauszubilden begann, die ihren Namen aber erst 1964 (durch einen Londoner Zeitungsartikel) erhielt. Ihr Wesen besteht im Experimentieren und Spielen mit geometrischen Formen, optischen Effekten und Täuschungen. Die Zahl der Künstler, die sich dieser Richtung verschrieben hatten, ist recht groß. Als Begründer und Hauptvertreter seien genannt der aus Ungarn stammende Victor Vasarély (1908-1997), der hauptsächlich in Frankreich lebte und arbeitete, ferner Francois Morellet (geb. 1926), Walter Leblanc (1932-1986), Bridget Riley (geb. 1931), Sol Le Witt (geb. 1929) und Jesus Rafael Soto (geb. 1923). Daß die Produkte der Op Art häufig dekorativen Zwecken dienen und daher einer breiten Öffentlichkeit vor Augen kommen, war von den Begründern beabsichtigt. Sie wollten eine ,,demokratische, nicht elitäre Kunst'' schaffen und lehnten zum Teil sogar den Begriff Original ab. Teilweise steht Op Art der Ornamentik nahe. Meist handelt es sich um zweidimensionale Gebilde, mitunter aus mehreren Schichten bestehend, die durchscheinend oder durchbrochen sind und gegeneinander bewegt werden können. Aber auch dreidimensionale Objekte kommen vor. (Eine Sammlung derartiger Objekte zeigt z.B. das Abteiberg-Museum in Mönchengladbach.) Insofern die Produkte der Op Art nichts anderes als sich selbst darstellen wollen, ist sie der darstellenden Geometrie im weiteren Sinne gerade entgegengesetzt, aber auf eine andere Weise natürlich der Geometrie sehr nahe. Insbesondere steht sie an der Grenze zwischen der Geometrie und der Wissenschaft vom Bildverstehen, letztere wiederum in enger Wechselbeziehung zur mehr hirnphysiologisch und psychologisch orientierten Wahrnehmungstheorie. Auch Op Art stellt Fragen an die Wissenschaft, aber auf eine ganz andere Weise als z. B. die Werke Eschers: Warum haben wir bei der Betrachtung bestimmter Bilder einen so starken plastischen Eindruck, obwohl es sich nur um ebene Muster handelt? Wie kommt es, daß bestimmte Muster scheinbar in Bewegung geraten, wenn man sie längere Zeit betrachtet oder daß man beginnt, Dinge zu sehen, die gar nicht da sind? Wie interpretieren wir ein Bild, das mit keinem je gesehenen Objekt Ähnlichkeit hat? Was passiert in solchen Fällen in unserem Gehirn? - Wir zeigen eine kleine Auswahl derartiger Bilder. Das letzte davon illustriert, daß das Spielen mit gesetzmäßigen geometrischen Formen im Sinne der Op Art ebenso wie der Drang zum Ornament schon bei Kindern mitunter spontan durchbricht.


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